Wie vermeiden Stoma-PatientInnen das unangenehme Gefühl durch Gerüche beim Entfernen oder Leeren des Beutels?

In Deutschland leben einige Menschen – geschätzt über 160.000 – unter uns, die ein Stoma, das heißt einen künstlichen Darmausgang haben, wenn beispielsweise Darmkrebs eine derartige Operation notwendig gemacht hat. Betroffene haben oft Angst, dass Fremde durch starke Geruchsentwicklung belästigt werden könnten. Doch die Angst kann man Stoma-Patienten nehmen, denn die Stomaversorgung als System ist geschlossen und zudem luft- und geruchsdicht. Das Stoma selbst riecht also nicht. Der Stomabeutel ist aus einem geruchsfesten Material gefertigt und enthält in den meisten Fällen Aktivkohlefilter, damit Blähungen nicht unangenehm auffallen. Schaumstoffabdeckungen gekören ebenfalls in diese Systematik. Des Weiteren gibt es geruchshemmende Wirkstoffe für den Stomabeutel in Form von Tropfen, Kapseln, Tabletten oder auch geruchsneutralisierenden Gleitmitteln, die die Gerüche beseitigen und sicherstellen, dass der Beutelinhalt immer im unteren Teil des Beutels ankommt und nicht oben am Stoma sitzen bleibt, was das Entleeren des Beutels zudem erschweren würde.

Ein gruchsneutralisierendes Gleitmittel ist zum Beispiel „Brava“ der Firma Coloplast. Beim Wechseln oder Entleeren des Beutels können Gerüche entweichen, die dieses Mittel neutralisiert oder reduziert, was unterwegs sinnvoll sein kann. Es gibt aber auch geruchsbindende Hautschutzlösungen als Alternative für Stomapatienten, die auch vor Hautschäden rund um die Anlage geschützt werden müssen. Eine geschulte Handhabung trägt ebenso dazu bei, dass die Geruchsentwicklung vermieden werden kann. Beim Entlereeren des Ausstreifbeutels oder bei einem kompletten Wechsel sollen auch ein bis zwei Süßstofftabletten die Geruchsbildung reduzieren können. Weitere Tipps gegen Gerüche sind auch Duftstoffe und ätherische Öle als Raumdufterfrischer aufzustellen oder aber den Raum anschließend stoßzulüften. Zwei angezündete Streichhölzer sollen auch helfen. Die Entsorgung des gewechselten Stomabeutels im Mülleimer findet am besten in einer fest verknoteten Plastitüte statt. Um beim Wechsel der Stomaversorgung unangenehme Gerüche zu reduzieren, sollten Betroffene ein wenig schauen, welche Lebensmittel unter Umständen zu stärkerer Geruchsentwicklung führen.

Es gibt nämlich einige Nahrungsmittel, die bevorzugt Geräusche und Gerüche produzieren. Dann sollten Stoma-Patienten vor allem auf blähende Speisen wie beispielsweise Kohl, Lauch, Kohlrabi, Kraut und Hülsenfrüchte verzichten, aber auch auf Obst in Form von Birnen. Kohlensäure- und koffeinhaltige Getränke, Eier, Spargel und frisches Brot gehören auch in diese Kategorie. Jeder muss herausfinden, was er gut verträgt und was nicht so gut. Auch geräucherter Fisch, vollaromatisierter Käse, tierische Fette, Fisch und Schnittlauch können Gerüche erzeugen. Fenchel-, Kümmel- und Anistee, Joghurt , Heidel- und Preiselbeeren, aber auch Spinat, Petersilie, grüner Salat und grüne Gemüsesorten bewirken eher das Gegenteil, weil sie blähungs- beziehungsweise geruchshemmend wirken. Betroffene sollten zudem langsam essen und kauen, um so weniger Luft zu schlucken und um dadurch besser die Nahrung zu verdauen. Auch Bewegung an frischer Luft hilft, die Verdauung optimal in Gang zu setzen.

Quelle: curado.de