Wie unsere Gesellschaft den Umgang mit dem künstlichen Darmausgang lernen kann

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Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, kurz DGVS, macht die deutsche Bevölkerung, aber vor allem die ältere Generation, darauf aufmerksam, dass das Thema Stuhlgang und Darmprobleme, und alles was damit direkt oder indirekt zusammenhängt, in unserer heutigen Gesellschaft kein Tabuthema mehr sein sollte, denn viele Stoffwechselerkrankungen, aber auch Tumorerkrankungen, Verkalkungen der Gefäßinnenwände bis hin zum Herzinfarkt und Schlaganfall stehen mit der Darmgesundheit in enger Verbindung. Schlechte Ernährung, Übergewicht und Darmprobleme lösen andere körperliche und chronische Erkrankungen überhaupt erst aus. Ein gesunder Darm wirkt sich aber auch positiv auf psychische Erkrankungen und deren Schwere aus, denn im Bauchraum existieren fast so viele Nervenfasern wie im Hirn, weshalb man auch vom „Bauchhirn“ spricht. Außerdem verhindert Bewegung und Aktivität mit bis zu sechs Stunden in der Woche, eingebunden in den Alltag, Dickdarmkrebs, darauf weist Christian Trautmann von der DGVS und Mediziner am Uniklinikum in Aachen hin. Für Betroffene von Inkontinenz und künstlichen Darmausgängen (Stomata) ist der offene Umgang mit dem Thema von besonderer Wichtigkeit, damit ihnen der Umgang mit Vorlagen und Windeln sowie Stomata leichter gemacht werden kann, denn immer noch schämen sich viele Betroffene, weil sie körperliche Einschränkungen haben. Das Thema Darmgesundheit sollte mehr in den Fokus unserer Gesellschaft rücken, damit der Umgang mit Bauchraum und Stuhlgang lockerer werden kann. Bilder von Künstlern und Ausstellungen, Bücher, etc., beschäftigen sich schon länger mit dem Thema, deshalb sind jüngere Menschen auch lockerer und neugieriger und nicht so verklemmt wie Ältere. Auch hat das Buch von Giulia Enders „Darm mit Charme“ schon viel dazu beigetragen, dass mehr Menschen über ihren Darm und die Probleme, die sie damit haben, in der Öffentlichkeit sprechen können. Trautwein wünscht sich allerdings eine noch offenere deutsche Gesellschaft, damit Präventionskampagnen – und strategien zur Aufklärung der Menschen beitragen. Dies könnte viele Menschen vor chronischen Krankheiten und Krebs schützen, weil viel mehr Menschen Vorsorgeuntersuchungen wie die Darmspiegelung in Anspruch nehmen würden. Die Zahl der chirurgischen Eingriffe in Form eines künstlichen Darmausganges könnte auf diese Weise stark reduziert werden.

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