Wie kann das österreichische Gesundheitssystem einen künstlichen Darmausgang vermeiden?

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Im Nachbarland Österreich leiden etwa 80.000 Menschen an einem chronisch kranken Darm mit chronischen Entzündungen. Etwa ein Fünftel der Betroffenen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (CED) sind laut einer Patientenerhebung „Kopfarbeit und Bauchgefühl“ nach einer Befragung von 1.137 CED-Patienten schwer belastet. Für diese Patientengruppe müsste demnach die medizinische Versorgung Österreichs erheblich verbessert werden, damit die physische und psychische Lebensqualität in den Bereichen Finanzen, Familienplanung und Partnersuche sowie Beruf, etc. optimiert werden kann, denn vom Optimum sind diese 18 Prozent der Patienten sehr weit entfernt. Betroffen sind vor allem Menschen zwischen 25 und 39 Jahren, in der Blüte ihres Lebens, die sich einer Operation unterziehen müssen und nicht selten, mit schweren Symptomen, einen künstlichen Darmusgang, ein Stoma, gelegt bekommen. Dies gilt es aber unbedingt zu verhindern, deshalb ist eine rechtzeitige Behandlung indiziert, die sich zum Ziel gesetzt hat, einen künstlichen Darmausgang unbedingt zu vermeiden. Viele österreichische Organisationen wie die Arbeitsgruppe CED der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) und wie etwa die Österreichische Morbus Crohn-Colitis ulcerosa Vereinigung prangern die derzeitige medizinische Versorgungslage an und plädieren für einen definierten Versorgungspfad mit interdisziplinärer Behandlung. In diese Therapie gilt es danach das sogenannte CED-Nursing Austria, eine Fachgesellschaft für Pflegekompetenz bei CED, miteinzubeziehen. Die „CED-Nurses“ sind besonders kompetente Pflegekräfte, die Betroffene mit qualitativ hochwertigem Fachwissen unterstützen, gerade für schwer belastete Personen der Idealfall. Darüber hinaus stehen sie zu einem interdisziplinären Informations- und Erfahrungsaustausch zur Verfügung. Sie müssen als Anlaufstelle für Patienten neben Ärzten bereit stehen, um im Notfall bei unvorhersehbaren Krankheitsschüben, aber auch als Langzeit-Betreuung, helfen zu können. Sie steuern auch Patientenströme, wenn die Ambulanzen überfüllt sind. Auch können sie schwere Fälle von leichten unterscheiden und entsprechend reagieren. Eine Isolation der Betroffenen mit schwerem Krankheitsverlauf muss demnach unbedingt vermieden werden. Barbara Klaushofer als Präsidentin von CED-Nursing Austria fordert auch, dass der Calprotectin Stuhl-Test in den Leistungskatalog der Krankenkassen für den niedergelassenen Bereich aufgenommen wird, damit Infektionen und vor allem CED-Erkrankungen schneller erkannt werden können. Calprotectin ist nämlich ein Marker für Entzündungen der Darmschleimhaut. Für weitere Informationen steht die Internetseite https://ced-kompass.at Interessierten zur Verfügung.

Quelle: k.at

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