Ursachenforschung für chronisch-entzündliche Darmentzündung (Morbus Crohn)

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Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung mit häufigen, auch nächtlichen, Durchfällen, an der deutschlandweit etwa 250.000 Menschen laut Schätzungen leiden. Meistens sind der untere Dünndarmabschnitt und der Dickdarm mit Erhöhung der Entzündungswerte betroffen. Die Krankheit gilt als Autoimmunerkrankung, ist keine psysomatische Erkrankung und hat nichts mit einem sogenannten Reizdarmsyndrom gemein. Stress ist kein Auslöser der Krankheit, ein stressfreies Leben in Verbindung mit vorhandener Krankheit ist dagegen gesundheitsförderlich.

Experten für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, wie Professor Dr. Jörg Hoffmann, Chefarzt in einer Klinik in Ludwigshafen und Koordinator der ärztlichen Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Morbus Crohn, halten Rauchen für schädlich, da Durchblutungsstörungen als Folge des Rauchens Auslöser und Unterhalter von entzündlichen Prozessen sind. Ansonsten kennt man die Ursachen von Morbus Crohn nicht genau. Man weiß nur, dass das Immunsystem, die Gene und Umweltfaktoren als Auslöser in Frage kommen, nicht aber bestimmte Ernährungsformen. Sozioökonomische Faktoren und eine übertriebene Hygiene sind auch in der Diskussion, zumal das Mikrobiom, also die Zusammensetzung der Darmflora mit ihren positiven und negativen Effekten, eine entscheidende Rolle spielt. Die Diversität, also die Vielfältigkeit der Bakterienarten, ist nämlich bei Morbus Crohn-Patienten eingeschränkt. Deshalb empfehlen einige Experten Patienten mit dieser Erkrankung eine gezielte Aussetzung mit bestimmten Keimen, um eine schützende Wirkung im Kampf mit Morbus Crohn zu erreichen.

Die Krankheit entsteht meistens im jüngeren Alter zwischen 15 und 35 Jahren. Dabei sind wohlhabende Länder stärker betroffen als ärmere. Die Erforschung der Krankheit ist zwar in den letzten Jahrzehnten rasant vorangeschritten, dennoch wird sie wohl laut wissenschaftlicher Meinung nie heilbar werden. Allerdings können Betroffene auf weitere therapeutische Fortschritte hoffen, denn moderne und innovative Antikörpertherapien werden in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen, auch weil sie dann nicht mehr so teuer sein werden.

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