Stomaversorgung und künstlicher Darmausgang

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Das Leben mit einem künstlichen Darmausgang (Ileostoma oder Kolostoma) ist für Betroffene nicht immer ganz einfach, vor allem vor und nach einer Operation ist die Eingewöhnungszeit anstrengend und von Ängsten begleitet. Durch eine gute Aufklärung vor und nach der Operation, durch Ärzte und spezielle Stomatherapeuten, lösen sich aber Zweifel und Ängste langsam auf, denn Aufklärung über die Krankheit und die anstehende Versorgung sind sehr wichtig für die Betroffenen. Es gibt in Deutschland nach Schätzungen 150.000 Stoma-Träger, darunter fallen aber nicht nur künstliche Darmausgänge, auch Anus praeter genannt, sondern auch Ausgänge der Blase (Urostomata) und der Luftröhre (Tracheostomata).

Die meisten Patienten mit einem künstlichen Darmausgang sind aufgrund einer Krebserkrankung Träger von künstlichen Ausgängen und zwar zu 70 Prozent. 30 Prozent der Patienten sind aufgrund anderer beispielsweise entzündlicher Darmerkrankungen Betroffene und deshalb Stoma-Träger. Allerdings müssen diese Stomata nicht entgültig sein und können nur vorübergehend angelegt sein, bis die Naht des betroffenen Darmbereichs verheilt ist. Ist die Heilung abgeschlossen, wird das sogenannte passagere oder temporäre Stoma zurückverlegt und der Betroffene kann wieder auf natürliche Art und Weise den Darm entleeren. Wurde allerdings bei tief sitzenden Tumoren im Enddarm (Rektum) der Schließmuskel entfernt, um alle Krebszellen zu erfassen, kann es passieren, dass der Darminhalt mit Hilfe eines Stomabeutels permanent aufgefangen werden muss. Hier gibt es zwei verschiedene Ausführungen des Stomaversorgungssystems, das einteilig, aber auch zweiteilig individuell von der behandelnden Klinik angepasst wird. Der Patient muss danach im Alltag zuhause alleine die Versorgung komplett gewährleisten. Zuvor allerdings kann ein Stomatherapeut in zertifizierten Darmkrebszentren hilfreich zur Seite stehen, damit der Patient die Selbstversorgung erlernt und Fragen stellen kann. Bei der einteiligen Variante des Stomaversorgungssystems sind Haftfläche und Beutel fest miteinander verbunden. Bei der Zweiteiligen ist die Basisplatte (Haftfläche) und der Beutel getrennt, damit im Notfall, beim Wechsel, eventuell nur der Beutel ausgetauscht werden muss. Wie oft die Stomaversorgung stattfinden muss, ist individuell unterschiedlich und hängt vom Versorgungssystem selbst ab und von den individuellen Bedingungen wie beispielsweise die Beschaffenheit der Haut oder die Ernährungsgewohnheiten des Patienten. Vor jedem Wechsel sollten allerdings alle Materialien und Hilfsmittel, die benötigt werden, bereit liegen. Das Stoma selbst wird nur mit Wasser und ph-neutraler Seife gereinigt. Die empfindliche Schleimhaut, die gut durchblutet ist, sollte nicht übermäßig gereizt werden. Nur auf gut getrockneter Haut klebt die Basisplatte danach exakt. Außerdem sollte die Haut mit der Hand gestrafft werden, damit man eine glatte Befestigungsfläche erhält.

Alle Tipps hierzu verraten Experten mit Expertise, aber auch die Deutsche ILCO e.V., die als Selbsthilfeorganisation Betroffene und deren Angehörige betreut und begleitet sowie Gleichgesinnte zum Austausch zusammenbringt. Menschen mit einem künstlichen Darmausgang brauchen sich weder im Alltag noch in der Freizeit aus Scham zu verstecken, denn moderne Hilfsmittel garantieren heutzutage Schutz vor neugierigen Blicken, sei es etwa beim Schwimmen oder bei Saunabesuchen. Die modernen Versorgungssysteme können neben Wasser und Wärme, auch Bewegung aushalten, allerdings sollte die Bauchmuskulatur wegen der Gefahr eines Stomabruchs nicht zu sehr belastet werden. Ansonsten gilt, dass Sport und Bewegung, aber auch körperliche Nähe und Sexualität uneingeschränkt möglich ist. Des Weiteren gibt es keine bestimmte Diät für Kolostoma- und Ileostoma-Träger. Jeder für sich muss nach seinen persönlichen Vorlieben austesten, welche Nahrungsmittel vertragen werden und welche nicht.

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