Stomata und viele offene Fragen

Ein Stoma ist eine künstliche Anlage, die chirurgisch herbeigeführt wurde, um eine Verbindung zwischen einem Hohlorgan und der Öffnung über die Haut nach aussen herzustellen. Dabei kommt der Begriff Stoma aud dem Griechischen und heißt Mund, Mündung oder Öffnung. Das Stoma kann auch zeitweilig oder auch ein Leben lang bestehen bleiben, das hängt davon ab, welche Grunderkrankung der Betroffene des Stomas (Mehrzahl: Stomata) hat. Es werden je nach Organverbindung nach außen drei verschiedene Stomaarten unterschieden:

  • Das Enterostoma ist der künstliche Darmausgang, der sowohl als Ausgang des Dickdarms (Kolostoma) oder des Dünndarms (Ileostoma) angelegt werden kann. Der künstliche Darmausgang wird immer dann periodisch oder permanent künstlich herbeigeführt, wenn Krebserkrankungen oder entzündliche Darmerkrankungen den Eingriff notwendig machen.
  • Das Urostoma leitet den Urin künstlich nach aussen, wenn zum Beispiel Funktionsstörungen des Organs vorliegen.
  • Das Tracheostoma ist eine künstlich geschaffene Öffnung der Luftröhre.

Um beispielsweise den Darminhalt oder den Urin aufnehmen zu können, müssen individuell angepasste Beutelsysteme um die Öffnung im Bauchraum angepasst werden, die dann unterschiedlich oft, je nach Lage des Stomas, ausgetauscht werden müssen.

Menschen mit bevorstehender Operation werden von vielen Ängsten geplagt, deshalb gibt es im Vorfeld Informationsgespräche und eine Aufklärung über die geplante Stomaversorgung nach Markierung der Stomaposition. Sogenannte Stomatherapeuten leiten die Betroffenen in Bezug auf die Selbstversorgung an und beziehen Angehörige mit ein. Zu ihren Aufgabenfeldern gehört ebenso die regelmäßige Kontrolle des Stomas und die Kontaktvermittlung in Selbsthilfegruppen und /oder in die psychosoziale Beratung. Für Schwangere mit einem Stoma haben sie detallierte Spezial-Informationen. Im Vordergrund steht dabei immer die individuelle Beratung mit Tipps und Ratschlägen für Beruf, Freizeit, Kleidung, Urlaub und Sexualität, aber auch die Ernährungsberatung, die soziale Beratung zur Rente, zur Schwerbehinderung und zu Rehabilitationsmaßnahmen fällt in den Aufgabenbereich solcher speziell ausgebildeter Stomatherapeuten. Aber nicht nur Informationsbedarf vor einer Operation ist entscheidend, auch die Vorbereitung auf die Entlassung aus dem Krankenhaus mit der entsprechenden Pflegeüberleitung ist wichtig. Hierzu zählen Informationen zur Nachsorge und Angebote zum Pflegetraining in der Klinik und zuhause (Familiale Pflege).

Die Träger des Stomas beschäftigen vor und nach der Operation viele Fragen, die erst dann zum Teil dringlich werden, wenn man lernen muss, mit einem Stoma im alltäglichen Leben umzugehen. Fragen wie

  • Wie versorge ich mein Stoma?
  • Wo bekomme ich alle nötigen Stomaartikel und wer übernimmt die Kosten?
  • Wer versogt mich mit Informationen nach der Entlassung?
  • Muss ich mich ernährungstechnisch umstellen und kann ich weiter meinen sportlichen Aktivitäten nachgehen?
  • Wieviel kann und darf ich an Gewicht heben?
  • Darf Wasser beim Baden, Duschen und Schwimmen an meine Stomaversorgung kommen?

sind bei Stoma-Trägern von besonderem Interesse.