Sport mit künstlichem Darmausgang

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Michael Füchsle kommt aus Bobingen in der Nähe von Augsburg, ist 53 Jahre alt, und als kleiner Junge schon begeisteter Kletterer gewesen. Dabei wurde er auch von seinen Eltern unterstützt. Er wurde Profikletterer und unter anderem Buchautor für Kletterführer, obwohl er vor seit 1985 an einer chronischen Darmentzündung litt, die ihn in seiner Leidenschaft zum Klettern häufig ausbremste. Im September 2005 aber änderte sich sein Leben plötzlich schlagartig, denn in einer Nacht bekam er unerträgliche Unterleibsschmerzen und musste das Krankenhaus aufsuchen. Der damals 38-Jährige musste sich einer Notoperation unterziehen und lag anschließend 16 Tage im Koma. Die Diagnose war damals künstlicher Darmausgang und eine massive Blutvergiftung. Als er aus dem Koma aufwachte, hatte er einen künstlichen Dünndarmausgang und war vom Hals ab gelähmt. Zudem verließ ihn auch noch seine damalige Verlobte. Die Ärzte sagten ihm, dass er wohl Zeit seines Lebens mit einem Enterostoma im Rollstuhl leben wird.

Doch das nahm Michael Füchsle als Kämpfer nicht hin und begann mit extremem Krafttraining und Krankengymnastik. So schaffte er es schließlich, nach Qualen und viel Ehrgeiz, aus dem Rollstuhl herauszukommen. Inzwischen hatte er auch eine neue Freundin, die ihm bis jetzt Halt im Leben gibt und ihn zum Klettern animierte. Er hat sich ins Leben zurückgekämpft und bestreitet trotz seines fortgeschrittenen Alters Wettkämpfe im Paraclimbing, eine Sportart für Menschen mit Behinderung, die Athleten je nach Art und Ausprägung des Handicaps, von denen Füchsle gleich zwei hat, in verschiedene Kategorien einteilt, um die Vergleichbarkeit der sportlichen Leistungen zu gewährleisten. Füchsle leidet auch heute noch unter Taubheit und Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen, ausgelöst durch die Blutvergiftung. Auch wird er immer Träger eines künstlichen Darmausgangs bleiben, denn nach einem Darmdurchbruch hat es dieses Dünndarm-Stoma, auch als Ileostoma bekannt. Der Dünndarm arbeitet permanent, sodass Michael Füchsle den Stomabeutel spätestens jede Stunde entleeren muss, aber das minimiert nicht seine Motivation zum oder beim Klettern. Allerdings bewegt er sich auf einem schmalen Grat, denn seine Behinderung gibt vor, welche Aktivitäten möglich sind. Wenn er klettert, trägt er immer eine Bandage mit Plastikschutz über dem künstlichen Darmausgang, damit der Klettergurt, der genau über das Stoma läuft, keine Schäden am Stomabeutel hervorruft. Auch stark überhängende Felsen vermeidet der Felskletterer, weil er übermäßiges Strecken wegen Herausdrückung des Stomas unbedingt vermeiden muss, ansonsten käme es zu einer sofortigen zweiten Notoperation. Auch auf Expeditionen und sogenannte Mehrseillängen-Routen mit Seillängen von 40 bis 60 Meter muss er verzichten. Im Moment sitzt er zuhause und wartet, dass das Ende der Covid-19-Pandemie erreicht ist, allerdings ist er nicht untätig und funktioniert den Küchentisch zur Kletterzone um.

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