OP bei Patienten mit Dickdarmkrebs

Patienten mit Enddarmkrebs kann möglicherweise eine Operation erspart bleiben, wenn mit einer kombinierten Strahlen- und Chemotherapie behandelt wird, denn bei nur 25 Prozent aller Patienten mit Enddarmkrebs kommt es zur Neuentstehung von Tumorgewebe. Ärzte und Wissenschaftler aus Lissabon und Amsterdam sprechen über zahlreiche Erfolge mit dieser neuen Strategie nach einer Chemo-Radiotherapie, bei der Abwarten und Beobachten im Anschluss Priorität hat, denn nur in wenigen Fällen muss operiert werden. Oft, wenn dann operiert wird, benötigen die Patienten aber einen künstlichen Darmausgang, wenn der Tumor nah am After (Anus) liegt.

Die Strahlen- und Chemotherapie mit anschließender Beobachtungszeit wird aber auch dazu genutzt, die Größe des Tumors zu reduzieren, bevor er dann wirklich operativ entfernt werden muss, weil er vielleicht schon in Beckenwandstrukturen oder aber andere Organe eingewandert ist. In vielen Fällen, in denen nach einer kombinierten Behandlung operiert wurde, fanden die Chirurgen aber kein Krebsgewebe mehr, sodass die Operation völlig unnötig war. Das Abwarten bringt für Patienten danach keine Nachteile, denn in 75 Prozent der Fälle von Endarmkrebs tritt innerhalb von zwei Jahren kein neues Krebswachstum auf.

Regelmäßige Kontrollen, auch acht bis zehn Wochen nach der kombinierten Strahlen- und Chemotherapie mit diagnostischen Tests, sind eine echte Alternative für Patienten mit Krebs dicht am Anus, um zusätzlich belastende Operationen so wenig wie möglich ausführen zu müssen.