Leben mit einem künstlichen Darmausgang

Mara ist eine junge Frau, die auf Instagram (adventures_of_mara) ihre Erfahrungen mit ihrer chronisch entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa teilt, und auch darüber spricht, wie sie heute zwei Jahre nach der Operation mit einem künstlichen Darmausgang lebt. Am Anfang der Erkrankung, das war im Jahr 2016 litt die junge Frau unter starken Schmerzen, die mit so einigen Schmerzmitteln und anderen Präparaten behandelt wurden, bis die Schmerzen letztendlich so stark waren, dass Mara auf der Intensivstation lag. Ihr behandelnder Arzt und eine Chirurgin sprachen sich für eine Operation mit der Anlage eines künstlichen Darmausgangs, auch Enterostoma genannt, aus. Die junge Frau hatte höllische Angst und wollte einen chirurgischen Eingriff unter allen Umständen vermeiden. Letztlich beriet sie sich nach einer weiteren Einnahme eines Medikaments mit ihren Eltern und beschloss, wieder ein normales Leben ohne Fieberschübe, ständige Durchfälle bis zu 30 mal am Tag und Blutverlust leben zu wollen.

Die junge Frau wollte mit Mitte 20 einfach nicht so weitermachen wie bisher, quasi ohne Lebensqualität. Deshalb entschloss sie sich zur Operation und wurde Stoma-Trägerin. Sie geht mittlerweile sehr offen mit der Situation um, indem sie ihre Freundinnen in die ungewohnte Situation miteinbindet. Unangenehm sind nur die lauten Geräusche der abgehenden Darmgase in den Stomabeutel, wie sie in einem Interview erzählt. Kleidungsstücke bedecken den künstlichen Darmausgang so, dass niemand etwas bemerkt. Sie benutzt auch des öfteren eine Behindertentoilette, wenn sie in der Öffentlichkeit unterwegs ist, dann aber wird sie mit strafenden Blicken beobachtet, weil niemand ihre Behinderung erkennt. Wenn Mara auf die schwere Zeit nach der Operation zurückschaut, kommen negative und positive Gedanken, denn der künstliche Darmausgang ist zwar nicht so schön anzusehen, aber er hat ihr das Leben gerettet, wie sie sagt. Sie akzeptiert die neue Situation, denn die Narben haben ihre Wirkung sowohl körperlich als auch seelisch hinterlassen. Sie ist heute eine starke junge Frau, die nichts mehr so schnell aus der Bahn wirft. Sie ist stolz auf sich und auf das, was sie gemeistert hat und fühlt sich heute mit künstlichem Darmausgang „perfekt unperfekt“.