Karriere trotz künstlichen Darmausgangs

Barbara Prescher ist ein glücklicher und zufriedener Mensch, trotz einer schweren Form der Morbus Crohn-Darmerkrankung und einem künstlichen Darmausgang. Die junge Frau im zarten Alter von gerade erst 38 Jahren ist bereits im Vorstand des IT-Unternehmens Bitmarck, einem Gemeinschaftsunternehmen mehrer Krankenkassen, tätig, obwohl sie im Arbeitsalltag Druck und Stress ausgesetzt ist. Ihr Beispiel soll aber anderen Leidensgenossen Mut machen, an festen Zielen, wie sie sie hatte, festzuhalten, denn Barbara Prescher wusste trotz Krankheit seit ihrem zwölften Lebensjahr immer ganz genau, dass sie Karriere machen will. Die Beschwerden äußerten sich damals in zwei schweren Schüben hintereinander, die sie fast das Leben gekostet hätten. Der Dickdarm wurde als 21-Jährige dann völlig entfernt, sodass ihr ein künstlicher Darmausgang (Stoma) als Ersatz für das Auffangen des Stuhlgangs fast alle Beschwerden nahm. Heute führt sie ein fast ganz normales Leben. Sie kann auf Dienstreise gehen, an Projekten teilnehmen und unter großem Druck arbeiten, ohne dass sie Müdigkeit verspürt. Allerdings wird sie Zeit ihres Lebens auf Hilfsmittel in der Stomaversorgung angewiesen sein, deshalb ist eine Organisation und rechtzeitiges Ordern von Rezepten und Stomabeuteln das Einzige, was sie zusätzlich zu bedenken hat. Die eigentliche Erkrankung Morbus Crohn und der künstliche Darmausgang beeinträchtigen die junge Frau wenig. Das ehrgeizige Ziel war immer schon, die Karriereleiter zu erklimmen und materiell unabhängig zu sein. Ihre Motivation und ihr Ehrgeiz waren und sind dafür riesengroß, auch wenn die Erkrankung mit ihren Folgen immer ein Teil ihres Lebens sein wird.

Quelle: FAZ.de