Experten-Ernährungstipps nach Darmoperationen

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Nach Darmoperationen reagiert der Körper des Operierten oft mit Unverträglichkeiten und daraus resultierenden Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfällen, etc.. Wurde ein großer Teil des Dünn- oder Dickdarms entfernt, muss eine radikale Umstellung der gewohnten Ernährung erfolgen, um nicht mit diesen Symptomen leben zu müssen. Nach kleineren Eingriffen, dauert es in Regel nicht lange, bis man wieder auf die normalen Nahrungsgewohnheiten umstellen kann. Die Heilungsphase dauert in den meisten Fällen etwa vier bis sechs Wochen, dann kann man langsam wieder normal essen, erklärt Professor Dr. Rudolf Hesterberg, Chefarzt der Klinik für Viszeralchirurgie am Roten Kreuz Krankenhaus in Kassel. Der Experte kann alle Fragen zum Themenfeld gesunde Ernährung nach chirurgischen Eingriffen am Darm beantworten.

Erlaubt ist erst einmal grunsätzlich alles, was der Betroffene auch verträgt. Bei mehr als 100.000 Darmoperationen pro Jahr, müssen viele Patienten im Anschluss aber mit Symptomen leben, die auf die Ernährungssituation zurückzuführen sind. Man sollte grundsätzlich fünf Mahlzeiten am Tag einplanen und auch bei Appetitlosigkeit kleine Portionen essen, um nicht in die Mangelernährung zu rutschen. Immer sollte auch gehaltvoll gegessen werden, um nicht abzunehmen. Dabei ist leichte Kost zu bevorzugen, beispielsweise frisches gekochtes Gemüse, aber auch Kartoffeln, Nudeln, Fleisch, Fisch, Eier und Käse sind gut bekömmlich. Immer gut kauen, und vor allem Obst und Rohkost meiden, denn das kann zu quälenden Blähungen und Bauchschmerzen führen. Auch Vollkornprodukte im Speiseplan gehören zu dieser Kategorie, deshalb auf Grau- und Weißbrot umstellen, so der Expertentipp. Leichte und nicht blähende Kost in kleinen Portionen am Anfang nach dem Eingriff verzehren und dann schrittweise auf normale Kost umstellen, so sein Ratschlag.

30 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet unter Blähungen, deshalb empfiehlt der Fachmann, dass man vielleicht einmal über eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktose-Intoleranz) nachdenken sollte. Aber auch zuviel eiweißreiche Nahrung kann übel riechende Blähungen verursachen. Bei Durchfällen nach Darmoperationen, die nicht aufhören wollen, empfiehlt Hesterberg auch Loperamid als sinnvoller Arzneistoff, um die akute Symptomatik in den Griff zu bekommen. Schokolade und Coca-Cola helfen ebenfalls, sowie Weizenkleie in wenig Flüssigkeit, die den Stuhlgang bindet. Auf Birkenkohle sollten Betroffene ganz verzichten, damit nicht auch andere wichtige Stoffe und Arzneistoffe, die der Patient täglich einnehmen muss, gebunden werden und somit nicht wirken können.

Quelle: hna.de

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