Ein neues Leben mit künstlichem Darmausgang

Es interessiert die Frage, warum Mara, die junge Frau mit dem künstlichen Darmausgang, ihre Geschichte in die Öffentlichkeit gebracht hat. Dazu hat sie eine ganz klare Meinung, denn die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen vor allem bei jungen Leuten, sind immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Dem Menschen im Umfeld des Stoma-Trägers fehlt oft Empathie und die Wahrnehmung für solche Krankheiten, die nicht selten auch in die Isolation des Betroffenen führen, auch weil sie vielleicht als Hypochonder abgestempelt werden. Dabei ist das Leben mit einem künstlichen Darmausgang eine physische und psychische Herausforderung, der sich Mara gestellt hat. Nicht, dass die Operation nur ihr Leben verändert hat, auch die Narben haben Spuren hinterlassen. Eine Stoma-Trägerin entspricht nicht mehr dem Schönheitsideal, wie sie herausstellt.

Allerdings findet Mara das Einordnen der Mitmenschen nach Kategorien von schön bis hässlich einfach schrecklich. Die junge Frau hat immer noch Probleme mit ihrer Gesundheit, wegen einer chronisch autoimmunen Bauchspeicheldrüsenentzündung, aber auch wegen einer anhaltenden Enzündung ihres Rektumstumpfes. Sie nimmt Immunsuppressiva und andere Medikamente ein, aber kann sich auch an den kleinen Dingen des Lebens weiterhin erfreuen. Menschen, die vor der Entscheidung eines chirurgischen Eingriffs zum künstlichen Darmausgang stehen, macht sie Mut, denn die Operation hat auch gute Seiten und die neue Situation ist auch nicht nur beängstigend. Sie rät zur Auseinandersetzung mit dem Thema Enterostoma, um Fragen im Vorfeld klären zu können. Auch helfen Gleichgesinnte neuen Mut zu schöpfen und zuerst an das eigene Ego zu denken. Sie sagt: „Die OP mag vielleicht euer Aussehen auf eine Art verändern, nicht aber eure Persönlichkeit! Wer euch damit nicht akzeptiert, hat euch auch ganz einfach nicht in seinem Leben verdient!“