Ein anderes Leben mit künstlichem Darmausgang

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Nicht nur ältere Menschen sind Betroffene von künstlichen Darmausgängen (Enterostomata), auch Jüngere können hauptursächlich durch chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa einen künstlichen Darmausgang chirurgisch gelegt bekommen. Die meisten Stomaträger, die über 60 Jahre alt sind, sind jedoch in den allermeisten Fällen wegen Dickdarmkrebs auf ein Stoma angewiesen, das den Stuhlgang über die Bauchdecke mit Hilfe eines Stomabeutels zum Auffangen des Darminhalts, der von unterschiedlicher Konsistenz je nach Lage des künstlichen Darmausgangs sein kann, nach aussen leitet. In vielen Fällen ist der letzte Teil des Dickdarms so schwer erkrankt, dass er inklusive Schließmuskel entfernt werden muss. Dann geht der kontrollierte Stuhlgang von einst nach der Operation als unkontrollierter Stuhlgang über das Ende des noch vorhandenen gesunden Darms in einen Stomabeutel, der mit Hilfe einer Haftscheibe an die Bauchdecke angeschlossen wird.

Der Betroffene des künstlichen Darmausgangs hat wenige Wochen nach dem chirurgischen Eingriff kaum körperliche Einschränkungen in Bezug auf die meisten Sportarten und das Sexualleben, denn die Stomabeutel verschiedener Hersteller sind absolut dicht und auch unauffällig zu tragen, denn es gibt die Beutel in verschiedenen Ausführungen von groß bis klein und dadurch kaum sichtbar. Der Stomabeutel kann flach unter der (Bade-)Kleidung getragen werden. Da nicht nur Darminhalt, sondern auch Gase über die künstliche Öffnung des Bauches entweichen, sollte mit blähenden Lebensmitteln vorsichtig umgegangen werden. Vielleicht muss der Betroffene seine Nahrungszufuhr dem künstlichen Darmausgang ein Wenig anpassen, das heißt, dass auf blähende und ballaststoffreiche Nahrung verzichtet werden muss. Bananen, Kartoffeln, Karotten und Weißbrot sind gut geeignet, allerdings muss auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Beratungen übernehmen sogenannte Stomatherapeuten, aber auch die Deutsche Ilco e.V., die Menschen mit künstlichem Darmausgang und Angehörige ausreichend beraten und informieren kann. Sie vermittelt auch Kontakte zu anderen gleichgesinnten Stomaträgern. Das Leben mit einem Stoma ist nach der Operation ein wenig anders, aber, wenn man sich auf die neue Lebenssituation einlässt, genauso lebenswert, denn eines ist klar, dass der künstliche Darmausgang die Lebenserwartung dieser Menschen nicht verkürzt.

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