Die richtige Ernährung nach der Diagnose Darmkrebs

Wenn Menschen mit (Dick-)Darm-Krebs vor einer Operation mit anschließender Krebstherapie in Form von Bestrahlung und Chemotherapie stehen und vielleicht auch noch einen künstlichen Darmausgang (Enterostoma) gelegt bekommen, ist die richtige Ernährung im Anschluss ein wichtiger Faktor für die schnelle Regeneration des Betroffenen. Hierbei können Ratschläge von Ernährungsexperten vonnöten sein, aber auch Krankenkassen und Selbsthilfegruppen stehen zum Informationsaustausch und zu Fragen rund um die Ernährung bereit. Die individulle Ernährung ist letztlich von vielen Faktoren abhängig und muss im Laufe der Zeit schrittweise immer wieder neu angepasst werden. Dabei spielt die Behandlungsphase eine große Rolle, aber auch die Größe und die Lage des entfernten Darmabschnitts. Zudem ist Bestrahlung/Chemotherapie für den Körper des Betroffenen kräftezehrend; appetitanregende und nährstoffreiche Nahrungsbestandteile sind hier besonders wichtig. Die begleitende Ernährungstherapie sollte danach zu Beginn einer Krebsbehandlung einsetzen, um Nebenwirkungen möglichst zu minimieren und einen Nährstoffmagel auszugleichen.

Die folgenden Tipps müssen immer individuell und schrittweise angepasst werden:
Es braucht demnach viel Geduld, um die richtigen Nahrungsmittel herauszufinden, die keine Blähungen, Durchfall, Verstopfung sowie Entzündungen der Darmwände und laute Darmgeräusche auslösen. Deshalb raten Experten vor allem zu mediterraner und antientzündlicher Kost, die vollwertig ist. Von Nahrungsergänzungsmitteln wird in der Regel abgeraten, da meist keine Mangelversorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen besteht. Diese Nährstoffe werden im Dünndarm aufgenommen, der meist nicht von einer Operation betroffen ist. Daher ist eine Unterversorgung auch nicht zu befürchten. Anders ist dies bei streng veganer Ernährung beispielsweise, bei der der Betroffene oder der behandelnde Arzt den Vitamin-B12-Spiegel im Blick haben muss. Ist man sich aber nicht sicher, kann eine Analyse Aufschluss über eine eventuelle Minderversorgung geben. Auch wird eine Untersuchung der Zusammensetzung der Darmflora manchmal empfohlen, um den Ursachen von Verstopfung oder Durchfall auf die Spur zu kommen, wenn ausgeschlossen werden kann, dass bestimmte Nahrungsbestandteile schuld sind. Deshalb sollten Betroffene auch ein Ernährungstagebuch führen, damit man Zusammenhänge zwischen Nahrung und Beschwerden nachvollziehen kann. Der Verdauungstrakt sollte auch nicht zu stark belastet werden, deshalb werden drei Mahlzeiten pro Tag mit mehrstündigen Pausen zwischen den Mahlzeiten empfohlen, damit der Darm zu Ruhe kommt. Außerdem sollten häufiger warme Mahlzeiten wegen der Bekömmlichkeit eingenommen werden und kleinere Bissen ausreichend oft gekaut werden, denn die Verdauung beginnt schon im Mund. Unter- und Übergewicht und vor allem Adipositas gilt es auch nach Möglichkeit zu vermeiden. Dagegen ist Bewegung und sportliche Aktivität, vor allem an frischer Luft, unbedingt zu empfehlen.

Eine ausgewogene Ernährung ist aber immer noch das A und O. Dabei sollten Menschen nach überstandener Krebs-Therapie und auch schon zu Beginn der Behandlung vor allem die mediterrane Küche bevorzugen, die auf frische Kräuter und Gemüse setzt, aber auch auf hochwertige Öle, wie Olivenöl. Auf tierische Produkte sollten Patienten verzichten. Dazu gehören vor allem rotes Fleisch und verarbeitete Fleischprodukte, wie Wurst. Die WHO hat Belege für eine krebserrende Wirkung). Eier und Milchprodukte sollten aber auch als tierische Eiweißlieferanten reduziert werden. Stattdessen empfehlen Ernährungsexperten sättigendes Eiweiß und pflanzliche Eiweißquellen in Form von Nüssen, Pilzen und Hülsenfrüchten. Eine antiendzündliche Ernährung besteht danach aus hochwertigen Ölen, Fisch (enthält viele Omega-3-Fettsäuren), Gemüse wie Brokkoli, Spinat, Tomaten, Avocado sowie Radieschen und zuckerarmem Obst wie Heidelbeeeren, Erdbeeren sowie Aronia. Auf „leere“ Kohlenhydrate in Form von süßen Getränken und Süßigkeiten sollte auch verzichtet werden. Weizenmehl gehört auch in diese Kategorie, deshalb lieber Getreidesorten variieren und selbst Brot backen. Die Ballsatstoff-Zufuhr sollte auch bis auf 30 Gramm pro Tag langsam gesteigert werden. Hier gilt dann aber die Regel viel zu trinken, bis man zwei Liter pro Tag erreicht hat, um keine Verstopfung zu riskieren. Alkohol ist bei Krebs-Patienten als Tabu anzusehen.

Quelle: ndr.de