DGVS: Mikrobiom-Tests sind zwar innovativ, aber wenig aussagekräftig und teuer

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Unser Darm-Mikrobiom, die Gesamtheit aller Mikroorganismen in unserem Verdauungstrakt, kann uns krank machen, wenn das Gleichgewicht zerstört ist. Verdauungsstörungen kennen viele Menschen weltweit. Es kann aber auch zu anderen Erkrankungen, wie der häufig vorkommenden gastroösophagealen Refluxkrankheit, Helicobacter pylori-Infektionen oder sogar Darmkrebs kommen. Sogenannte Mikrobiom-Tests, die laut Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) als teuer und sinnlos eingestuft werden, können die Zusammensetzung der Mikroorganismen mit Hilfe eines Testkits analysieren. Allerdings rät die Fachgesellschaft von dieser Bestimmung ab. Stuhltests beispielsweise in der Darmkrebs-Prävention zur Entdeckung von verstecktem Blut halten Experten der Gastroenterologie dagegen für sinnvoll, ebenso wie die Diagnostik auf einzelne pathogene Erreger, die uns sehr krank machen können. Im Darm leben etwa 500 verschiedene Bakterienarten, von denen einige wirklich krankmachendes Potenzial haben, während andere positive Eigenschaften haben. Frauen, das belegen Studienergebnisse auch, haben in Bezug auf Magen-Darm-Erkrankungen ein höheres Risiko.

Unsere Ernährungsgewohnheiten, aber auch bestimmte Medikamente und sogar Reisen können sich negativ auf die Zusammensetzung der Darmflora auswirken. Nicht immer aber lassen sich mit Mikrobiom-Tests und der Analyse der Zusammensetzung der Bakterien im Darm krankhafte Zustände oder sogar chronische Erkrankungen herleiten, darauf weisen die Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen ausdrücklich hin. Deshalb macht es auch keinen Sinn, solche von Herstellern für den Hausgebrauch empfohlene Testkits weiterzuempfehlen. Alerdings sollte jedem klar sein, dass das Mikrobiom wesentlich an der Verdauung und Verwertung unserer zugeführten Nahrungsbestandteile beteiligt ist und sogar krankmachende Eingenschaften besitzt, wenn die Zusammensetzung der Mikroorganismen dauerhaft aus dem Ruder gelaufen ist. Bestimmte Lebensmittel sollten Betroffene von Verdauungsstörungen deshalb unbedingt meiden, während andere wie zum Beispiel probiotische Nahrungs- und Arzneimittel positive Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Darmflora haben. Die genauen Zusammenhänge zwischen Ernährung, Mikrobiom, Darmgesundheit und dem Zusammenspiel mit anderen Organen gilt es laut Fachgesellschaft noch weiter zu erforschen, weil auf diesem Gebiet noch sehr viel Potenzial bezüglich weiterer wissenschaftlicher Erkenntnisse entfaltet werden kann.

Quelle: healthcare-startups.de/aerzteblatt

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