Blasenkatheter – FAQ

Wenn Patienten einen Blasenkatheter gelegt bekommen, stellen sich ihnen viele Fragen, auf die im Folgenden eingegangen wird:
Ein Blasenkatheter wird per Definition als Kunststoffschlauch aus Latex, Silikon oder PVC bezeichnet, der durch die Harnröhre oder durch die Bauchdecke gelegt, der Harnableitung oder Harngewinnung dient. Es gibt gewisse Längenvorgaben, die in Zentimeter (von 20-40cm ) gemessen werden und Dickenangaben, die in Charriere (6-30) angegeben werden und unterschiedlichen Farben zuzuordnen sind.
Es gibt drei verschiedene Arten von Kathetern:

  1. Transurethrale Einmalkatheter: In erster Linie dienen diese Katheter der Uringewinnung oder der einmaligen Harnableitung und verweilen nicht in der Harnblase.
  2. Alle transurethralen Dauerkatheter sind als Ballonkatheter im Handel. In Abhängigkeit von der Anzahl der Öffnungen in der Spitze und von der Form der Spitze werden 2-Wege und 3-Wege-Katheter angeboten. Der 2-Wege-Katheter wird zur dauerhaften Harnableitung eingesetzt. Durch einen Kanal wird Harn abgeleitet, durch den anderen Kanal wird der Ballon gefüllt, sodass er in der Harnblase Verweilen kann. Bei den 3-Wege-Kathetern kann durch den dritten Kanal Spülflüssigkeit in die Blase eingebracht werden.
  3. Suprapubische Blasenkatheter sind in erster Linie Dauerkatheter, die durch die Bauchdecke in die Harnblase eingebracht werden. Hier unterscheidet man einen 1-Weg-Katheter oder 2-Wege-Katheter. Der Erstere wird mit einer Naht fixiert. Der andere über einen blockbaren Ballon.

Das Material, aus dem heutzutage Blasenkatheter gefertigt sind, wird meistens mit einer hydrophilen Schicht versehen, um die Gleitfähigkeit des Materials zu erhöhen. Es gibt zudem 11 verschiedene Bauarten von Kathetern mit unterschiedlichen Namen wie Nalaton, Tiemann, Mecier, Couvelaire,etc.
Häufig treten Komplikationen durch den Verschluss eines Blasenkatheters auf. Etwa die Hälfte der Patienten, die Blasenkatheter gelegt bekommen haben, haben Ablagerungen und Inkrustationen. Es kommen aber auch Infektionen der Harnblase vor, die bakteriell bedingt sind. Ablagerungen und Inkrustationen des Katheters nach längerer Liegedauer führen unweigerlich irgendwann zu einem kompletten Verschluss, sodass sich der Urin aufstaut. Dann wird der Patient zum Notfall, denn Urin kann sich bis in die Nieren aufstauen und zur Niereninsuffizienz führen, wenn der Abfluss über eine längere Zeit verhindert ist. Das Risiko einer bakteriellen Infektion steigt ebenfalls mit höherer Liegedauer; mit jedem Tag um 5 Prozent mehr. Antibiotika-Behandlungen sind dann zwingend, allerdings zeigen einige Bakterienarten Antibiotika-Resistenzen. Es gibt aber auch asymptomatische Keimbesiedlungen, Bakteriurie genannt, die nicht behandelt werden müssen. Um all diese Szenarien zu vermeiden, sollte ein Katheter nach spätestens 2-4 Wochen gewechselt werden (Herstellerangaben beachten). Allerdings birgt ein Katheterwechsel auch das Risiko einer Verletzung der Harnröhre, denn es gibt auch körperlich bedingte Verengungen, die die Anlage eines Katheters erschweren. Eine Keimansiedlung ist auf diesem Weg ebenso möglich. Heparinbeschichtete Blasenkatheter können aber beide Komplikationen mindern. Eine Dauerableitung über Monate oder Jahre hinweg kann zu einer Schrumpfblase führen, das heißt, die Blase hat dann eine verminderte Kapazität. Im Normalfall muss der Urin geruchlos, klar und hellgelb sein. Unverträglichkeitsreaktionen bezüglich des verwendeten Materials kommen gelegentlich auch vor.