Auch eine chronische Verstopfung kann eine Stoma-Operation nach sich ziehen

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In der Regel führen ein bösartiger Tumor im Darm oder aber chronisch entzündliche Prozesse zur Anlage eines künstlichen Darmausgangs, permanent oder aber nur periodisch. Im Fall einer 64-jährigen Seniorin, die körperlich und geistig behindert ist und im Heim lebt, führte eine chronische Obstipation (Verstopfung) zu einem sogenannten massiven Megarektum, das zehn Kilo Stuhl im Darm der Patientin angesammelt hatte. Die Patientin kam mit einer chronischen und immer wiederkehrenden Obstipation in die Notaufnahme eines Krankenhauses, wo eine CT-Aufnahme das ganze Ausmaß des aufgestauten Kots zeigte. Im Darm hatte sich im rektosigmoidalen Bereich, das ist der Bereich des letzten und vorletzten Abschnittes des Dickdarms sehr viel Ausscheidungsmaterial angesammelt, sodass bei der Patientin neben einer Obstipation eine Impaktbildung diagnostiziert wurde. Das heißt, dass sich durch die über vier Monate andauernde Verstopfung schon steinharte Kotballen im Darm der Frau angesammelt hatten, die die Darmwand reizten und eine stark vermehrte Sekretion von Darmsaft veranlassten, was zu einer „Scheindiarrhö“ führte. Die bettlägerige, mangelernährte und kommunikationsunfähige ältere Frau wurde daraufhin operiert und eine doppelläufiges Stoma wurde gelegt. Sie überstand den Eingriff gut. Anschließend wurde die Betroffene mit einem jetzt künstlichen Darmausgang mit vorübergehenden Einläufen und Zäpfchen behandelt, sodass sich der Stuhlgang wieder normalisierte und sie zurück ins Pflegeheim konnte. Der Fall der Seniorin zeigt, dass viele alte Menschen in Pflegeheimen von einer Obstipation betroffen sind und das Ganze nicht immer glimpflich ausgeht. Ein künstlicher Darmausgang und Einläufe mussten schließlich die sekundäre Obstipation, die wahrscheinlich als Diagnose in Frage kommt, beheben. Auch nehmen 75 Prozent aller Heimbewohner Laxantien, also Abführmittel ein. Das sind Arzneimittel, die zur Förderung der Darmentleerung eingenommen werden, aber Nebenwirkungen haben, wenn sie auf Dauer eingenommen werden, und unter anderem den Darm noch träger machen können. Experten warnen daher vor einem übermäßigen Einsatz, vor allem bei Alten- und Pflegeheimbewohnern, bei denen Ärzte sehr aufmerksam sein müssen, um eine Obstipation mit schweren Folgen zu vermeiden.

Quelle: medical-tribune.de

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